SCHULLEBEN

Spaten statt Klassenzimmer

Spaten statt Klassenzimmer: Baumpflanztag der Mittelschule Garching


Reischach / Garching an der Alz – Mit Spaten, viel Neugier und großem Engagement machten sich vergangene Woche mehr als 100 Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Garching an der Alz auf den Weg in ein Waldgebiet bei Reischach. Die Klassen 5a, 5b, 6a, 6b und 7M beteiligten sich dort am Baumpflanztag, bei dem sie selbst aktiv etwas zum Klimaschutz beitragen konnten.

Vor Ort wurden die Kinder zunächst von einem Förster der Diözese Passau begrüßt, der für die kirchlichen Waldflächen in der Region zuständig ist. Außerdem war der Landesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Simon Tangerding, gekommen. Er hatte auch die jungen Bäume im Gepäck, die an diesem Vormittag gepflanzt werden sollten – manche von ihnen waren noch erstaunlich klein und dünn.

Zu Beginn erklärte Tangerding den Schülerinnen und Schülern anschaulich, warum in den bestehenden Fichtenwald auch andere Baumarten gepflanzt werden. Reine Nadelwälder seien deutlich anfälliger für Stürme, Trockenheit oder Schädlinge wie den Borkenkäfer. Mischwälder mit verschiedenen Baumarten dagegen seien stabiler und könnten sich besser an die Veränderungen des Klimas anpassen. Deshalb sollten nun neben Fichten auch andere Bäume wachsen. Gepflanzt wurden unter anderem Douglasien, Rotbuchen, Kirschbäume und Esskastanien.

Nach der Einführung durften die Kinder selbst aktiv werden. Mit Spaten ausgerüstet machten sie sich auf den Weg in das Pflanzgebiet. Förster Andreas Held und Simon Tangerding erklärten Schritt für Schritt, wie die jungen Bäume richtig eingesetzt werden müssen, damit sie gut anwachsen können. Dabei zeigte sich schnell: Auch wenn manche Setzlinge noch sehr zart wirkten, brauchte es beim Graben der Pflanzlöcher doch etwas Kraft und Geschick.

Für einige Schülerinnen und Schüler war die Aktion bereits vertraut – sie hatten schon im vergangenen oder sogar vorletzten Jahr an einer Baumpflanzaktion teilgenommen. Für viele andere war es dagegen eine ganz neue Erfahrung, selbst im Wald zu arbeiten. Durch den kalten und feuchten Boden ließ sich die Erde gut bearbeiten. Mit etwas Übung gelang es schließlich allen, ihre Bäumchen richtig einzupflanzen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Schülerinnen und Schüler der Mittelschule im Waldgebiet bei Feichten junge Bäume gesetzt. Andreas Held berichtete, dass diese inzwischen sehr gut angewachsen seien. Das zeige, dass die Arbeit der Kinder einen echten Beitrag für den Wald der Zukunft leiste. Auch die Lehrkräfte der Klassen freuten sich, die große Motivation bei ihren Schützlingen beobachten zu können.

Insgesamt pflanzten die Kinder an diesem Tag rund 450 junge Bäume. Auf der gesamten Fläche sollen es später etwa 2000 werden. Finanziert werden die Setzlinge von der Fahrradfirma Cube, die sich zum Ziel gesetzt hat, für jedes verkaufte Fahrrad einen Baum zu spenden. So wächst im Wald bei Reischach nun Schritt für Schritt ein neues Mischwaldgebiet heran – mit tatkräftiger Unterstützung der Schülerinnen und Schüler aus Garching an der Alz.